KATEGORIE · OLIVETTI VALENTINE

Olivetti Valentine – von Sottsass und Perry King entworfen, aus ABS-Kunststoff gebaut und bewusst als tragbares Gegenbild zum Büroalltag gedacht

Das Met datiert sein Exemplar auf 1968 und nennt ABS-Kunststoff, Chloropren-Kautschuk und Metall; das V&A beschreibt ein in Spanien gefertigtes Beispiel um 1969; das Design Museum betont rote Haube und leichte Portabilität

Bei der Olivetti Valentine ist die rote Farbe nur die sichtbare Oberfläche. Das Metropolitan Museum führt die Maschine als Entwurf von Ettore Sottsass und Perry King für Ing. C. Olivetti & C. S.p.A. aus dem Jahr 1968 und nennt als Materialien ausdrücklich Acrylonitril-Butadien-Styrol (ABS), synthetischen Chloropren-Kautschuk und Metall. Das Victoria and Albert Museum beschreibt ein Beispiel als für Olivetti, Mailand, entworfen und in Spanien um 1969 gefertigt. Das Design Museum in London erklärt zudem, dass gerade das rote Gehäuse, die leichte Tragbarkeit und die moderne Erscheinung den Typenmarkt neu beleben sollten.

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Olivetti Valentine

ESSAY · 01

Werk & Kontext

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Die Valentine wird erst dann interessant, wenn man sie nicht als Pop-Ikone, sondern als transportables Schreibgerät mit klarer Produktidee liest

Viele Texte behandeln Olivetti Valentine vor allem als rote Designikone. Die belastbaren Quellen erlauben eine genauere Lesart. Das Metropolitan Museum of Art führt die Maschine als Valentine Portable Typewriter von 1968, entworfen von Ettore Sottsass und Perry King und hergestellt im Olivetti-Kontext. Noch wichtiger ist die Materialnennung: ABS-Kunststoff, synthetischer Chloropren-Kautschuk und Metall. Damit wird aus einer bloßen Stilbehauptung ein konkret beschreibbares Industrieobjekt.

Für Leser von mid-century·designs ist das unmittelbar nützlich. Wer bereits unsere Seiten zu Vintage Schreibmaschine, Tippmaschine oder direkt den Shop kennt, sieht schnell, wie oft Schreibmaschinen nur über Nostalgie verkauft werden. Die Valentine lässt sich besser beurteilen, wenn man Material, Mobilität und die dokumentierte Entwurfsidee zusammennimmt.

Zwischen 1968 und ca. 1969 liegt kein Widerspruch, sondern ein hilfreicher Sammlerhinweis

Das Met datiert sein Objekt auf 1968. Das Victoria and Albert Museum beschreibt die Olivetti Valentine Typewriter als von Ettore Sottsass und Perry King für Olivetti, Mailand entworfenes und in Spanien gefertigtes Beispiel ca. 1969. Für Käufer historischer Objekte ist genau diese Differenz aufschlussreich: Museumsdaten können Entwurfsjahr, Produktionsstart oder konkretes Sammlungsstück unterschiedlich abbilden.

Praktisch heißt das: Bei einer Valentine sollte man nicht nur nach „erste Serie“ oder „Original 60er“ suchen, sondern nach belastbaren Indizien wie Herstellerbezug, Fertigungshinweisen, Materialkonsistenz, Haube und Gehäusezustand. Gerade weil die Quellen den späten 1960er-Kontext so klar markieren, hilft die Datierungsbreite mehr, als dass sie verwirrt.

Die rote Farbe war Teil eines Gegenentwurfs zum grauen Bürogerät

Das Design Museum nennt die Valentine den „poster child of 60s Italian design“ und erklärt ihren Erfolg nicht nur über Form, sondern über bold red case, practical lightweight portability und eine stylish, modern design-Logik, die den Typenmarkt neu belebt habe. Beim Met wird diese Haltung noch persönlicher: Sottsass sagte rückblickend, er habe das helle Rot gewählt, damit die Maschine nicht an „monotonous working hours“ erinnere. Dasselbe Museum ergänzt, er habe ursprünglich sogar eine besonders einfache, günstige Portable ohne Kleinbuchstaben, ohne Glocke und mit billiger Kunststoffhülle im Sinn gehabt – wobei Olivetti Einwände erhob.

Genau darin liegt der inhaltliche Mehrwert für den Shop-Kontext. Die Valentine ist nicht bloß rot, sondern eine bewusst zugespitzte Kritik an der üblichen Büromaschine. Wer ein historisches Exemplar bewertet, sollte daher nicht nur auf die ikonische Farbe achten, sondern auf Transporthaube, Tastenlogik, Materialalterung, Vollständigkeit und die glaubhafte Übereinstimmung von Mobilität und Gehäusekonzept.

Quellen

FAQ · 02

Häufig gefragt zu Olivetti Valentine

5 Antworten

01
Wer entwarf die Olivetti Valentine?
Das Metropolitan Museum und das Victoria and Albert Museum nennen Ettore Sottsass und Perry King als Designer der Valentine. Das Met führt zusätzlich Ing. C. Olivetti & C. S.p.A., Ivrea, als Herstellerkontext seines Exemplars.
02
Aus welchen Materialien besteht die Valentine laut Museum?
Das Metropolitan Museum nennt für sein Objekt ausdrücklich Acrylonitril-Butadien-Styrol (ABS) plastic, synthetic chloroprene rubber und metal. Damit ist die Maschine materialseitig deutlich präziser beschrieben als in vielen reinen Stiltexten.
03
Ist die Valentine ein Objekt von 1968 oder 1969?
Das Met datiert sein Exemplar auf 1968. Das V&A beschreibt ein für Olivetti entworfenes, in Spanien gefertigtes Beispiel als ca. 1969. Für Sammler ist deshalb sinnvoll, zwischen Entwurfszeit, Produktionsanlauf und konkretem Einzelobjekt zu unterscheiden.
04
Warum ist die rote Haube mehr als nur Dekor?
Das Design Museum betont die bold red case und die praktische lightweight portability als Marktvorteile. Beim Met erklärt Sottsass rückblickend, dass das helle Rot gerade nicht an monotone Arbeitsstunden erinnern sollte.
05
Worauf sollte man beim Kauf einer historischen Valentine achten?
Weil Met, V&A und Design Museum Material, Tragbarkeit und Objektlogik klar beschreiben, sollte man besonders Gehäusezustand, Haube, Tastenbild, Proportionen, Transportfunktion und plausible Materialalterung prüfen statt nur auf die rote Silhouette zu schauen.

GLOSSAR · 03

Verwandte Begriffe

6 Einträge

Ettore Sottsass
Italienischer Designer, den das Met als Urheber seines Valentine-Objekts nennt; das V&A führt ihn zusammen mit Perry King als Designer der Maschine.
Perry King
Britischer Designer, der laut Met und V&A gemeinsam mit Sottsass an der Valentine beteiligt war.
ABS-Kunststoff
Vom Metropolitan Museum ausdrücklich genannter Werkstoff der Valentine. Die Angabe ist für Käufer wichtig, weil sie Materialanmutung, Alterung und Authentizitätsprüfung konkretisiert.
Synthetischer Chloropren-Kautschuk
Zweiter vom Met genannter Werkstoff neben ABS und Metall. Er zeigt, dass die Valentine nicht nur als Form, sondern als Materialverbund gelesen werden sollte.
Tragbarkeit
Das Design Museum beschreibt die Valentine über praktische lightweight portability. Damit ist Mobilität kein Nebenaspekt, sondern Teil des Produktkonzepts.
Rote Haube
Das Design Museum hebt die bold red case als zentrales Merkmal hervor; beim Met erklärt Sottsass die rote Farbwahl als bewusste Distanz zur Monotonie des Büroalltags.