KATEGORIE · ARTEMIDE ECLISSE

Artemide Eclisse – 1965 entworfen, 1967 ausgezeichnet und bis heute als Mechanik lesbar

Artemide nennt Vico Magistrettis Entwurf von 1965 und den Compasso d’Oro von 1967; ADI erklärt die drehbare Blende als Kern der Lichtsteuerung

Bei der Eclisse ist die Form nur die halbe Geschichte. Artemide datiert den Entwurf auf 1965 und erklärt die Lichtwirkung über einen beweglichen inneren Schirm, der die Lichtquelle teilweise 'verfinstert'. ADI beschreibt genau diese technische Lösung als Grund für die Compasso-d’Oro-Auszeichnung 1967, während das Metropolitan Museum ein Museumsobjekt von 1967 als rot lackiertes Metall mit klar dokumentierten Maßen aufführt.

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Artemide Eclisse

ESSAY · 01

Werk & Kontext

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Die Eclisse ist am interessantesten, wenn man sie als kleine Lichtmaschine liest

Viele Texte behandeln Artemide Eclisse wie eine freundliche, fast spielzeughafte Kugellampe. Die belastbaren Quellen sprechen aber über etwas Präziseres. Artemide schreibt, dass Vico Magistretti die Leuchte 1965 entwarf und erklärt ihren Kern nicht über Stil, sondern über Funktion: Ein beweglicher innerer Schirm kann die Lichtquelle teilweise „eclipsen“, also verdunkeln. Genau daraus entsteht der Wechsel zwischen direktem und diffusem Licht.

Für Leser von mid-century·designs ist das besonders nützlich, weil die Eclisse zeigt, wie stark Mid-Century-Leuchten aus einer Bedienidee heraus gedacht wurden. Wer bereits unsere Seiten zu Mid-Century-Lampen, Metalllampe oder den Shop kennt, kann an der Eclisse gut sehen, dass ein kleines Objekt nicht wegen einer netten Silhouette bedeutend wird, sondern wegen einer nachvollziehbaren Lichtlogik.

Der entscheidende Entwurf steckt in der drehbaren Blende, nicht nur in der runden Hülle

Artemide nennt Eclisse ein Beispiel für das Gleichgewicht von Form und Funktion und verbindet diese Aussage direkt mit dem rotierenden inneren Schirm. Das ist mehr als Herstellerpoesie. Das ADI Design Museum bestätigt die Relevanz dieser Mechanik in der Begründung zum Compasso d’Oro 1967: Die Jury hob hervor, dass mit der einfachen Bewegung des drehbaren Schirms die Intensität des Lichtaustritts verändert wird. Damit lässt sich die historische Bedeutung der Eclisse ungewöhnlich klar belegen.

Die Leuchte ist also nicht bloß eine farbige Metallkugel, sondern ein sehr kompaktes Bedienobjekt. Gerade dieser Punkt unterscheidet sie von vielen späteren Retro-Anleihen, die zwar kugelig aussehen, aber keine vergleichbar präzise Lichtsteuerung besitzen. Artemide ergänzt außerdem, dass die Eclisse als Tischleuchte gedacht ist, aber auch wandmontiert werden kann. Die Funktion ist damit räumlich flexibler, als die geringe Größe zunächst vermuten lässt.

Für Sammler sind Material, Farbe und Proportionen konkret überprüfbar

Das Metropolitan Museum of Art dokumentiert ein Exemplar als „Eclisse“ Lamp von 1967, entworfen von Vico Magistretti und hergestellt von Artemide S.p.A. Besonders praktisch ist die Materialangabe: Das Museum nennt „red paint coated metal“, also rot lackiertes Metall. Hinzu kommen klar definierte Maße von 7 × 4 3/4 in. beziehungsweise 17,8 × 12 cm. Solche Angaben sind im Vintage-Markt wertvoll, weil sie jenseits bloßer Stilbehauptungen eine konkrete Plausibilitätsprüfung ermöglichen.

Wer historische oder ältere Eclisse-Leuchten bewertet, sollte deshalb weniger auf das Schlagwort „Ikone“ hören als auf Mechanik, Lackoberfläche, Proportionen, Wand-/Tisch-Konfiguration und Herstellerbezug. Die Quellenlage hilft dabei ungewöhnlich gut: Artemide liefert die Funktionsbeschreibung, ADI die preisgeschichtliche Einordnung und das Met ein museal dokumentiertes Objekt mit Material und Maß. Genau so entsteht echter inhaltlicher Mehrwert für Kaufentscheidungen.

Quellen

FAQ · 02

Häufig gefragt zu Artemide Eclisse

5 Antworten

01
Wann wurde die Artemide Eclisse entworfen?
Artemide schreibt, dass Vico Magistretti die Eclisse 1965 entwarf. Das Metropolitan Museum dokumentiert ein Exemplar von 1967, und das ADI Design Museum führt 1967 als Jahr der Compasso-d’Oro-Auszeichnung.
02
Warum gilt die Eclisse als mehr als nur eine dekorative Kugellampe?
Artemide erklärt die Leuchte über ihren drehbaren inneren Schirm, der die Lichtquelle teilweise verdeckt und so direktes oder diffuses Licht ermöglicht. Das ADI Design Museum hebt genau diese technische Lösung in seiner Begründung zur Auszeichnung hervor.
03
Aus welchem Material besteht das Museumsobjekt im Met?
Das Metropolitan Museum nennt für sein Objekt ausdrücklich „red paint coated metal“, also rot lackiertes Metall. Für Sammler ist das nützlich, weil Material und Oberfläche damit nicht nur stilistisch, sondern quellenbasiert beschrieben sind.
04
Kann die Eclisse nur als Tischlampe verwendet werden?
Nein. Artemide beschreibt Eclisse als Tischleuchte, ergänzt aber ausdrücklich, dass sie auch an der Wand montiert werden kann. Gerade diese Doppelfunktion gehört zum praktischen Reiz des Entwurfs.
05
Welche Auszeichnung ist mit der Eclisse verbunden?
Artemide schreibt, dass die Leuchte 1967 den Compasso d’Oro gewann. Das ADI Design Museum bestätigt das Auszeichnungsjahr und nennt als Grund die Verbindung von hohem gestalterischem Wert und marktfähiger technischer Lösung.

GLOSSAR · 03

Verwandte Begriffe

6 Einträge

Vico Magistretti
Italienischer Designer der Eclisse. Artemide, das Metropolitan Museum und das ADI Design Museum nennen ihn übereinstimmend als Entwerfer.
Artemide
Italienischer Hersteller der Eclisse. Das Metropolitan Museum führt Artemide S.p.A. als Hersteller des Museumsobjekts, ADI als Produzenten des prämierten Entwurfs.
Compasso d’Oro
Bedeutender italienischer Designpreis. Artemide und das ADI Design Museum datieren die Auszeichnung der Eclisse auf 1967.
Drehbarer Innenschirm
Beweglicher innerer Schirm, der laut Artemide die Lichtquelle teilweise „verfinstert“ und so zwischen direkter und diffuser Lichtwirkung vermittelt.
Rot lackiertes Metall
Materialangabe des Metropolitan Museum für sein Eclisse-Objekt von 1967. Diese präzise Bezeichnung hilft bei der Einschätzung historischer Oberflächen.
Direktes und diffuses Licht
Artemide beschreibt die Eclisse als Leuchte mit festem Außenschirm und beweglichem Innenschirm, wodurch sich die Lichtabgabe gezielt steuern lässt.